Abstract

Im Zentrum dieses PVS-Sonderhefts steht die Frage nach der veränderten Rolle internationaler Organisationen und den Konsequenzen ihres Handelns in der bzw. für die Weltpolitik. Wurde bis in die 1980er Jahre vor allem die Koordinationsfunktion internationaler Organisationen an Schnittstellen zwischen Staaten thematisiert, lässt sich seit dem Ende des Kalten Krieges eine Zunahme der an internationale Organisationen übertragenen Aufgaben und Kompetenzen beobachten, die nicht an den staatlichen Grenzen haltmachen, sondern über diese hinaus in Gesellschaften hineinwirken (Zürn 2010). Währenddessen hat sich der Aktionsrahmen internationaler Organisationen erweitert, indem sie etwa Normen für nichtstaatliche Akteure generieren, die Regeldurchsetzung und Implementierung aktiv unterstützen, als Mittler zwischen streitenden Staaten fungieren, zu immer mehr politischen Themen Informationen sammeln und bereitstellen, politische und gesellschaftliche Entwicklungen überwachen und immer häufiger auch Sanktionen legitimieren oder verhängen.

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